Energie und Qualitätserde aus der "Braunen Tonne"


Energie und Qualitätserde aus der "Braunen Tonne"

Bioabfälle liefern Energie und Qualitätserde. Das Bellersheim-Unternehmen betreibt in Boden eine Vergärungsanlage, die seit 1999 betrieben wird und Biogas für ein Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung liefert. Bioabfall vor Ort nutzen trägt zum Klima- und Ressourcenschutz vor Ort bei.
 
Boden. Die bündnisgrüne Kreistagsfraktion besuchte mit interessierten Personen aus den Kreisen Altenkirchen und Westerwald die Vergärungsanlage und das Sortierzentrum der Firma Bellersheim in Boden im Westerwaldkreis. Dort wurden die Besucher vom Geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens, Ulf Bellersheim und seinem Mitarbeiter, Achim Fröchtling begrüßt.

Der Geschäftsführer erläuterte beim Rundgang mit sehr detaillierten Informationen die Entstehung des Standortes und der gesamten Anlage.
In Boden werden seit 1999 Bioabfälle vergoren. Bis heute wurden dabei rund 500.000 Tonnen Bioabfälle verarbeitet. Dabei entsteht Biogas, welches ein Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung antreibt und regenerativen Strom ins Netz einspeist. Inzwischen hat das BHKW bereits über 55.000 Betriebsstunden mit einer hohen Verfügbarkeit geleistet. Dabei wurden rund 60 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Auch der Bioabfall des Landkreises Altenkirchen wurde bis zur Neuausschreibung dort stofflich und energetisch behandelt. Derzeit wird er zwar zunächst nach Boden gefahren, dort aber ausgeleert und anschließend über 400 Kilometer Richtung Quedlinburg verbracht.

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag, Gerd Dittmann, dankte für die Einladung zum Besuch. Er freute sich besonders darüber, dass auch bei diesem Besuch Bürger aus Umweltverbänden, Bürgerinitiativen und Einzelpersonen, vertreten waren. „Dies zeigt das erfreulich wachsende Interesse der Bürger“, führte der Fraktionsvorsitzende aus.
Anna Neuhof, Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Kirchen lobte den Pioniergeist der Unternehmerfamilie Bellersheim bei der Konzeption der Anlage. „Das Land hat mit dem künftigen Kreislaufwirtschaftsgesetz seine Hausaufgaben gemacht. Jetzt liegt es am Landkreis Altenkirchen, die Abfallwirtschaft nicht nur unter Kostengesichtspunkten zu betrachten und bei künftigen Ausschreibungen neu auszurichten.“

Die Ausführungen des Geschäftsführers, Ulf Bellersheim, zeigten, dass die Grenzen zwischen den Verwertungswegen für den Bioabfall fließend sind. Die energetische Verwertung und die stoffliche Verwertung von Gärsubstraten bzw. der Kompost aus Bioabfall sind für Klima- und Ressourcenschutz relevant. Eine Kombination der beiden Nutzungsformen Biogaserzeugung aus Bioabfällen mit anschließender Nutzung der Reste zur Kompostierung, wie sie derzeit verstärkt von BMU und den Ländern angestrebt wird (sogen. Kaskadennutzung) erscheint auch der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in einer ersten Bewertung sehr interessant. Die Kombination beider Verfahren schneidet auch im Vergleich der Energiebilanzen am besten ab.

Die Besucher, wie auch die Geschäftsführung waren sich in der abschließenden Diskussion einig, dass weitere Gespräche folgen sollen und den verschiedenen regional vorhandenen Verfahren künftig wieder mehr Bedeutung zukommen muss.

AK-Kurier, 13.8.2013, Gerd Dittmann

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