Was den Spritpreis bestimmt


"Super plötzlich 6 Cent teurer – wie kann das sein?"
Diese und ähnliche Fragen sind Alltag für die Mitarbeiter und Partner im BELLERSHEIM Tankstellennetz. Was viele Kunden nicht wissen: Als Tankstellenbetreiber hat man praktisch keinen Einfluss auf die Preise.

Am deutlichsten wird der nicht vorhandene Handlungsspielraum, wenn man denKraftstoffpreis an der Zapfsäule in seinen einzelnen Komponenten analysiert:

Wareneinstand
Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt bestimmen den Rohölpreis. Verknappungen der Förderung, etwa durch regionale Krisen oder auch große Nachfragesteigerungen, führen zu höheren Preisen. Da Rohöl international in Dollar gehandelt wird, treibt ein schwacher Eurokurs den Kraftstoffpreis zusätzlich.

Steuern und Abgaben
Sie machen den größten Preisanteil aus. Kostet der Liter Super beispielsweise 170 Cent, kassiert der Staat davon in Form von Mehrwertsteuer, Energiesteuer undÖkosteuer mehr als 92 Cent. Der hohe Steueranteil wirkt dabei auch als Verstärker bei Preissprüngen.

Kosten und Gewinn
Gerade einmal 3–4 % des Kraftstoffpreises bleiben, um Kosten wieTransport, Vertrieb und Verwaltung, Umweltauflagen und Qualitätskontrollen zu decken. An Gewinn wird gerade einmal 0,5 bis 1 Cent je Liter angestrebt.

Als Tankstellenpartner hat man vor Ort auf keine dieser Preiskomponenten irgendeinen Einfl uss. Die Preise werden vorgegeben und sogar selbst von den Mineralölgesellschaften eingestellt.

Die häufigen Preissprünge erklären sich dadurch, dass die Konzerne versuchen, eine Durchschnittsmarge zu erzielen. Dafür analysieren sie genau die Wettbewerbspreise, die ja für alle an der Straße ersichtlich sind. Aufgrund des hohen Wettbewerbs pendeln die Preise häufiger, da jede Aktion eines Anbieters auch wieder die Reaktion der anderen hervorruft. Diese komplexe Mechanik macht es leider auch nicht möglich, Tipps zu geben, wann man am günstigsten tankt. Zumal die Mineralölgesellschaften ihre Preisstrategien ständig ändern.

Zurück