Tanken macht wieder Spaß.


Westerwaldkreis. Tanken macht wieder Spaß. Kein Fluchen und Murren mehr an den Zapfsäulen. Auch all jene, die den Heizöltank für den Winter noch nicht gefüllt hatten, können sich jetzt über gesunkene Preise freuen.

Zum Teil für unter 1,10 Euro pro Liter konnten Dieselfahrer ihren Wagen volltanken. Super E10 tendiert gegen 1,20 Euro und ist damit so billig wie seit vier Jahren nicht mehr. Begünstigt wird der Preissturz durch die anhaltend niedrigen Rohölnotierungen am Weltmarkt. Das sorgt auch im Westerwaldkreis für eine deutliche Absatzsteigerung und mitunter Wartezeiten an den Zapfsäulen. Besonders günstig wird es in den Abendstunden ab 18 Uhr.

Durch den gesunkenen Ölpreis und den damit einhergehenden niedrigen Tankstellenpreisen verzeichnet zum Beispiel die Bellersheim Tankstellen GmbH mit Sitz in Neitersen einen leichten Absatzzuwachs. Geschäftsführer Thomas Bellersheim führt diesen darauf zurück, dass der Kunde wieder vermehrt fährt. Er berichtet: „An unseren BellOil-Stationen kommt es bei ,niedrigen Preisen' und entsprechender räumlicher Situation vor Ort auch zu Schlangenbildung vor den Zapfsäulen." Bellersheim schränkt allerdings ein, dass diese Situation auch bei hohem Ölpreis vorkommt.

Das Tankstellennetz der Bellersheim Tankstellen GmbH besteht zurzeit aus 17 BellOil-Stationen, 32 Aral-Stationen und 7 Aral Autobahntankstellen. Diese befinden sich im Westerwald sowie im Sauerland, im Siegerland, im Bergischen Land, im Taunus und am Mittelrhein.

Beim Heizöl stellt sich die Situation im Moment so dar, wie der Bellersheim-Geschäftsführer erläutert, dass die Nachfrage normal hoch ist. Die übliche Einlagerungsphase sei bereits im Sommer und Herbst. Allerdings erzählt er von einem erhöhten Telefonaufkommen bei seinem Unternehmen. Die Kunden wollen beraten werden, ob ein zusätzliches Auffüllen des Tanks jetzt sinnvoll ist. Diese Kunden stünden aber nicht unter Druck. Thomas Bellersheim erzählt: „Da wir eine milde Wettersituation haben und hatten, ist der Verbrauch auch entsprechend niedrig. Wir beraten die Kunden auch dahin, dass zurzeit ein weiterer Preisverfall möglich erscheint. Die Entscheidung muss selbstverständlich der Kunde treffen, da auch wir die weitere Entwicklung nicht vorhersehen können." Der Experte geht allerdings davon aus, dass die aktuelle Niedrigpreisphase bei den Kraftstoffen noch weiter anhält.

Bei Heizölbestellungen sollten die Kunden wissen, dass dabei der Verkaufspreis des Bestelltages maßgebend und verbindlich für den Verbraucher ist. Denn alle Heizölbestellungen werden von den Liefertanten rückgedeckt, auch wenn die Abholung durch die Händler erst viel später erfolgt. Das bedeutet, dass bei weiter fallenden Preisen davon nicht profitiert werden kann. Im Gegenzug ist man aber auch bei steigenden Preisen vor dem höheren Preis geschützt.

Von Natalie Simon, RZ, 1.1.2015

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