BP Energy Outlook 2035


Pressemeldung bp
Quelle: BP Europa SE

BP Energy Outlook 2035: Wachsende Nachfrage bei Gas und veränderte Handelsströme

  • Energienachfrage steigt bis 2035 um voraussichtlich 37 Prozent.
  • Erdgas wird unter den fossilen Energieträgern bis 2035 am schnellsten wachsen, 1,9 Prozent pro Jahr. Starke Ausweitung des LNG Handels.
  • Handelsströme auf den Weltenergiemärkten verlagern sich nach Asien.
  • Ausstoß an CO2-Emissionen wird weiter steigen.

Ungeachtet des dramatischen Abschwungs an den globalen Energiemärkten wird die Energienachfrage in den kommenden 20 Jahren weiter steigen. Treibende Kraft wird die anhaltende wirtschaftliche Expansion in Asien sein – insbesondere in China und Indien. Die neuste Ausgabe des BP Energy Outlook 2035 geht davon aus, dass die globale Energienachfrage zwischen 2013 und 2035 voraussichtlich um 37 Prozent, bzw. um 1,4 Prozent pro Jahr steigen wird.
Der BP Energy Outlook 2035 untersucht die langfristigen Trends an den weltweiten Energiemärkten für die nächsten 20 Jahre und entwickelt darauf aufsetzend Prognosen. Es ist mittlerweile die fünfte Ausgabe dieser energiewirtschaftlichen Analyse, die von Spencer Dale, BP Group Chief Economist, und Bob Dudley, Group Chief Executive heute in London vorgestellt wurde.
"Nach einem Zeitraum von drei Jahren, in dem die Ölpreise sich stabil auf einem hohen Niveau bewegt haben, erinnern die Preisrückgänge der letzten Monate mehr als deutlich daran, dass stete Veränderungen die Norm auf den Energiemärkten sind", so Spencer Dale. "Es ist daher wichtig, über die derzeitige Volatilität hinaus auf die langfristigen Trends sowohl auf der Versorgungs- wie auch auf der Nachfrageseite zu blicken. Diese werden die Energiebranche in den nächsten 20 Jahren bestimmen. Auf diese Weise geben wir dem Energiesektor und den zuständigen Entscheidungsträgern fundierte Daten für die anstehenden strategischen Entscheidungen an die Hand."

Wachstum bei der Förderung von Tight Oil in den USA

Der BP Energy Outlook 2035 prognostiziert, dass die Nachfrage nach Öl im Betrachtungszeitraum um jährlich ca. 0,8 Prozent steigen wird. Dabei entfällt die wachsende Nachfrage ausschließlich auf Nicht-OECD-Staaten. Nachdem der Verbrauch innerhalb der OECD bereits 2005 seinen Höhepunkt erreicht hat, wird er bis 2035 auf ein Niveau zurückgehen, dass zuletzt 1986 verzeichnet wurde. China wird die USA als weltweit größter Verbraucher von Öl wahrscheinlich bis 2035 ablösen.

Die aktuelle Schwäche des Ölmarktes, die zu einem großen Teil auf das starke Wachstum der Förderung von Tight Oil in den USA zurückzuführen ist, wird wahrscheinlich noch mehrere Jahre anhalten. Dank Tight Oil ist die Ölförderung in den USA 2014 um täglich 1,5 Mio. Barrel gestiegen – der größte in den USA verzeichnete Anstieg in der Geschichte. Langfristig gesehen dürfte sich das Wachstum der Tight Oil-Förderung allerdings verlangsamen und die Förderung im Nahen Osten wieder an Bedeutung gewinnen.

Die USA werden Anfang der 2030er Jahre voraussichtlich Selbstversorger in Sachen Erdöl werden. Noch vor gar nicht langer Zeit im Jahr 2005 mussten sie 60 Prozent ihres Bedarfs an Erdöl importieren.

Starkes Wachstum bei Erdgas, Kohlenachfrage steigt langsamer

Die Nachfrage nach Erdgas wird unter den fossilen Energieträgern bis 2035 am schnellsten steigen und zwar um 1,9 Prozent pro Jahr. Der größte Teil der Nachfragesteigerung wird dabei auf Asien entfallen. Die Hälfte der gestiegenen Nachfrage wird durch die Erhöhung der Förderung aus konventionellen Gasvorkommen befriedigt werden, vornehmlich in Russland und im Nahen Osten, während die andere Hälfte aus Shale Gas-Vorkommen stammen wird. 2035 werden die USA, die gegenwärtig für fast die gesamte globale Versorgung an Shale Gas verantwortlich zeichnen, immer noch ca. zwei Drittel der weltweiten Gesamtförderung innehaben.

Aufgrund der Nachfrage aus China ist Kohle in den zurückliegenden zehn Jahren der am schnellsten wachsende fossile Energieträger gewesen. Im Gegensatz dazu sagt die aktuelle Ausgabe des BP Energy Outlook 2035 voraus, dass Kohle mit einer Steigerungsrate von jährlich 0,8% in den nächsten 20 Jahren die am langsamsten wachsende Energieart sein wird, knapp unter der Steigerungsrate von Öl. Dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe: ein moderateres und weniger energieintensives Wachstum in China sowie regulatorische und energiepolitische Vorgaben hinsichtlich des Einsatzes von Kohle in China und den USA. Ebenso verdrängen die reichlich am Markt vorhandenen Mengen an Erdgas die Kohle zunehmend aus der Stromerzeugung.

Wachstum bei LNG, zunehmende Dominanz im Handel

Die zunehmende Nachfrage nach Erdgas führt zu immer mehr Handelsaktivitäten zwischen den verschiedenen Weltregionen. Bis Anfang der 2020er Jahre wird der Wirtschaftsraum Asien-Pazifik Europa als größten Nettoimporteur von Erdgas ablösen. Dank der unverändert steigenden Förderung von Shale Gas wird Nordamerika in den nächsten Jahren von einem Nettoimporteur zu einem Nettoexporteur von Erdgas.

Dabei wird die überwiegende Mehrheit des Wachstums beim Handel mit Gas durch steigende LNG-Lieferungen abgedeckt. LNG wird in den verbleibenden Jahren dieses Jahrzehnts starke Wachstumsraten aufweisen und zwar bis zum Jahr 2020 jährlich um fast 8 Prozent. Dies bedeutet gleichzeitig, dass LNG bis zum Jahr 2035 Pipeline-Gas als bedeutendste Transportvariante beim Gashandel ablösen wird.

Der wachsende Handel mit LNG wird außerdem weitere Effekte auf die Märkte haben. Über den Zeitverlauf wird erwartet, dass die globalen Gasmärkte und die Preisfindung auf diesen Märkten stärker zusammenwachsen und integrierter werden. Darüber hinaus steht zu erwarten, dass es in Zukunft eine deutlich höhere Diversifizierung bei der Gasversorgung in Importregionen wie Europa und China geben wird.

Energieströme bewegen sich nach Osten

Es wird erwartet, dass die Selbstversorgung mit Energie in Nordamerika - voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres - und der wachsende Handel mit LNG im Betrachtungszeitraum erhebliche Auswirkungen auf die Versorgungsströme auf den Weltenergiemärkten haben werden. Diese werden sich von Westen nach Osten bewegen. Gründe dafür sind ein steigendes Öl- und Gasangebot in den USA bei gleichzeitig sinkender Nachfrage in den USA und Europa aufgrund verbesserter Energieeffizienz und eines geringeren Wirtschaftswachstums. Gleichzeit wird unverändert eine starke wirtschaftliche Entwicklung in Asien prognostiziert.

Ausstoß an CO2-Emissionen wird weiter steigen

Der BP Energy Outlook 2035 untersucht auch die weltweiten CO2-Emissionen bis zum Jahr 2035, ausgehend von den prognostizierten Entwicklungen der Energiemärkte und den wahrscheinlichsten energiepolitischen Szenarien. Vor diesem Hintergrund sieht der Outlook die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2035 jährlich um ca. 1 Prozent bzw. insgesamt um 25 Prozent steigen. Der Verlauf dieser Wachstumskurve liegt signifikant über dem von Wissenschaftlern empfohlenen und hier aufgeführten Verlauf, so z.B. dem „450 Scenario“ der IEA.

Um die CO2-Emissionen zu senken sind zusätzlich zu den bereits getroffenen Maßnahmen signifikante Anstrengungen seitens der Entscheidungsträger notwendig. Die vorliegende Ausgabe des BP Energy Outlook 2035 stellt vergleichende Informationen und Daten für mögliche Optionen und ihre jeweiligen Auswirkungen zur Verfügung. Da jedoch keine der vorgestellten Maßnahmen in ihrer Wirkung allein ausreichen würde, werden mehrere davon verfolgt werden müssen. Dies unterstreicht die Bedeutung der politischen Gestaltung, einen global aussagekräftigen CO2-Preis festzusetzen, der für alle Beteiligten einen Anreiz darstellt, die steigende Energienachfrage auf nachhaltige Weise zu befriedigen.

Bob Dudley kommentierte die Ergebnisse des BP Energy Outlook wie folgt: „In der Energiebranche sind Strategien und Investitionen auf Laufzeiten von oftmals mehreren Dekaden ausgelegt. Deshalb ist es so wichtig, eine gut fundierte Informationsquelle zu haben, in der die wichtigsten Trends und Entwicklungen für die langfristige Gestaltung unserer Märkte eingehend untersucht und aufbereitet werden. Genau darin liegt der Wert des BP Energy Outlook.“

Disclaimer

Diese Veröffentlichung enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen beinhalten Risiken und Unsicherheiten, weil sie auf Ereignissen bzw. Umständen beruhen, die in der Zukunft zum Tragen kommen, oder eventuell auch nicht. Tatsächlich erzielte Ergebnisse können in Abhängigkeit einer Vielzahl von Faktoren unterschiedlich ausfallen; zu diesen Faktoren zählen u.a. die Versorgung mit, Nachfrage nach und die Preisgestaltung von Produkten; politische Stabilität; allgemeine ökonomische Bedingungen; rechtliche sowie regulatorische Entwicklungen; die Verfügbarkeit neuer Technologien; Naturkatastrophen sowie widrige Witterungsbedingungen, Kriege wie auch Terroranschläge und Sabotage sowie weitere Faktoren.


zur Animation - Auch eine visuelle Aufbereitung gibt einen klaren Überblick über die Kernpunkte der Studie.
zur internationalen Webpräsenz von bp - Wer noch detallierter in die Studie einsteigen möchte, dem bietet die internationale Webpräsenz von bp ausführliche Informationen, Stellungnahmen und Statistiken rund um den Energy Outlook 2035.

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