ABOM 2012 - PERSPEKTIVEN FÜR JUNGE MENSCHEN


Perspektiven für junge Menschen

Wirtschaft Verschiebungen auf dem Ausbildungsmarkt machen sich bei der Abom bemerkbar

Von unserem Redakteur Elmar Hering

M Kreisgebiet. Von A wie Altenpfleger bis Z wie Zerspanungsmechaniker reichte das Spektrum der vierten Ausbildungs- und Berufs-Orientierungsmesse (Abom). Rund 1900 Schüler aus allen weiterführenden Schulen im Kreis nutzten diese Gelegenheit, um sich von mehr als 60 Institutionen und Unternehmen Informationen aus erster Hand zu holen. Als Austragungsort (wie 2009) bot das Kulturwerk in Wissen sechs Stunden lang Platz für komprimierte Kontakte zwischen künftigen Azubis und Firmenvertretern. Wichtig: Auf sinkende Bewerberzahlen reagieren die Betriebe mit erhöhten Anstrengungen.

147 Berufsbilder verdeutlichten eindrucksvoll die Leistungsstärke des heimischen Ausbildungsmarktes, darunter auch Fachschulzweige der Berufsbildenden Schulen Wissen und Betzdorf-Kirchen sowie duale Studiengänge. Überregionale Vertreter wie Krankenkassen, Bundeswehr, Rhenag, Agentur für Arbeit und andere passten als prima Ergänzung in dieses Feld – und waren nicht minder gut nachgefragt. Gleiches galt für den Infobus der Handwerkskammer sowie die thematisch gezielten Vorträge.

Dicht gedrängt füllten in erster Linie Neuntklässler die engen Gassen zwischen den Messeständen, also überwiegend jene Teenager, die voraussichtlich für 2014 einen Ausbildungsplatz suchen. „Hier kann man sehen, was auf einen zukommt“, sagte etwa Eric Mundo aus der 9 a der Bertha-von-Suttner-Realschule plus aus Betzdorf. Mit seinen Freunden Ismael Ucak und Semih Ekiz suchte er nach kaufmännischen Büroberufen. Ihn habe eher die Präsentation der Polizei interessiert, benannte Dave Bräuer von der BFS1 der BBS Wissen seinen Favoriten. Seine Mitschülerinnen Eileen Solbach und Sophia Langenbach legten derweil das Hauptaugenmerk auf die Ausbildungschancen im Versicherungswesen.

Mehrheitlich positiv fielen die Eindrücke aus Sicht der Aussteller aus. Die Schüler zeigten Interesse an Praktika und Ausbildungswegen, fragten nach Dauer, Verdienst und Berufsschulort. Klaus Gerhardus von der Lebenshilfe informierte zum Beispiel über die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger oder zur Erzieherin. Eigene Testfragen sollen klären, ob der junge Mensch sich für soziale Berufe eignet. Zufrieden nahm auch Marcel Huber, Personalleiter von TMD Friction in Hamm, die konzentrierten Fragen der Schüler zur Kenntnis – kanalisiert durch vorgegebene Frage- und Erkundungsbögen.

Bei einer solchen Messe, aber auch in der Ausbildung, gehe es darum, den Jugendlichen Perspektiven aufzuzeigen, unterstrichen Sabine Dyas (Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Altenkirchen), Oliver Boeck (Wirtschaftsjunioren Sieg-Westerwald) und Stefan Böhmer (Maschinenbau Böhmer in Steinebach). Neue Perspektiven in diesem Sinne eröffnet das überregionale Mint-Projekt, welches speziell Mädchen und junge Frauen für Berufe in den Sparten Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern will. Wissens Bürgermeister Michael Wagener, Schirmherr der vierten Abom, betonte zudem die Notwendigkeit, die Infrastruktur der Berufsschulausbildung zu sichern, damit der ländliche Raum nicht an Ausbildungsattraktivität verliere.

RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Donnerstag, 13. September 2012, Seite 22

 

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