FORUM: ERFOLGREICH AUSBILDEN - WIRSTSCHAFT UND SCHULE WEITER VERZAHNT


Wirtschaft und Schule weiter verzahnt

Ausbildung Fünftes Forum „Erfolgreich ausbilden“ stellt Berufsorientierung in den Mittelpunkt – Projekt Mint vorgestellt

Von unserem Redakteur Andreas Neuser

M Betzdorf. Jungen Menschen Perspektiven für einen Beruf aufzeigen und der Wirtschaft in der Region Fachkräfte zuführen, ist gemeinsames Ziel von Schulen und Unternehmen im Kreis Altenkirchen. Seit Jahren wird mit großem Engagement daran gearbeitet. Doch immer wieder gilt es, Neues zu entwickeln und vor allem die Kontakte noch stärker zu vernetzen.

Eine wichtige Rolle spielt hier im Kreis Altenkirchen seit Jahren das Forum „Erfolgreich ausbilden“ von IHK und Kreissparkasse. Gestern Nachmittag fand es bereits zum fünften Mal statt. Rund 80 Gäste aus Wirtschaft, von Schulen und aus der Politik kamen in der Stadthalle Betzdorf zusammen. Diesmal ging es schwerpunktmäßig um die Berufsorientierung.

Dr. Andreas Reingen, Vorstand der KSK Altenkirchen, begrüßte die Gäste. Er freute sich, dass so viele Teilnehmer vor Ort waren, um sich „für eine noch bessere Ausbildung im Kreis zu engagieren“.

Im Gespräch mit der Rhein-Zeitung verdeutlichte Dr. Sabine Dyas, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Altenkirchen, wie wichtig die Kommunikation zwischen Schulen und Unternehmen in der Region ist. Ein wichtiger Faktor sind hier die Schulpatenschaften. Davon gibt es inzwischen rund 100 im Kreis Altenkirchen.

Karl-Heinz Starfeld, Leiter der Arbeitsagentur Neuwied, und Christoph Fischer, Prokurist bei dem Speditionsunternehmen Brucherseifer in Wissen, stellten das Projekt Mint vor, das im September im Kreis Altenkirchen startet. 18 Betriebe und Projektpartner sind dabei. Rund 100 Ausbildungsplätze könnten in dem Bereich zur Verfügung stehen. Mint steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Hier geht es darum, die Schüler verstärkt für Berufe im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu interessieren. Junge Frauen sollen hier verstärkt angesprochen werden. Bis Ende 2013, so Starfeld, wolle man sichtbare Erfolge erzielen. Das gehe nicht ohne die Schulen. Auch für Fischer ist wichtig, dass der Fachkräftebedarf in der Region gesichert wird. Fischer bedauerte, dass es heute noch zu oft zu hohe Abbrecherquoten bei der Ausbildung gebe. Mit dem Mint-Projekt und einer optimierten Berufsorientierung könnte die Abbruchquote verringert werden.

Herbert Petri vom Bildungsministerium in Mainz referierte über die Berufsorientierung und was das Land Rheinland-Pfalz da auf den Weg gebracht hat. So soll zum Beispiel die Berufsorientierung in den Realschulen plus in der sechsten Klasse beginnen. Lob gab es für die Akteure im Kreis Altenkirchen, die seit Jahren vorbildliche Arbeit leisten würden. Für Petri ist wichtig, dass es mit den Berufswahlkoordinatoren nun verbindliche Ansprechpartner an der Schule gibt. Aber bei allen Koordinatoren, so Petri, „die ganze Schulgemeinschaft muss hier mit ins Boot genommen werden“. Ebenso müsse man mit allen Dingen, die man im Zusammenhang mit der Berufswahl mache, nah am Schüler dran sein. Ebenso sei die Bildung von Netzwerken wichtig. Dazu leistete die Veranstaltung gestern einen Beitrag. In vier Gesprächsinseln, nach Regionen aufgeteilt, diskutierten Lehrer und Ausbilder.

Für Thomas Bellersheim, Vizepräsident der IHK Koblenz, ist wichtig, dass die Fachkräfte für die Unternehmen in der Region gesichert werden und es für die jungen Menschen auch im AK-Land Perspektiven gibt. Schließlich habe man in der Region mehrere Weltmarktführer. Am 12. September gibt es im Kulturwerk Wissen die Ausbildungsmesse zum Berufseinstieg 2013/2014. Dort werden 64 Aussteller vor Ort sein.

RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Dienstag, 21. August 2012

 

Zurück