Land will den Straßenausbau beschleunigen


Land will den Straßenausbau beschleunigen

Erfolg für Projekt „Anschluss Zukunft“ – Westerwälder Hauptverkehrsachsen sollen verbessert werden

Von unserem Redakteur Stefan Nitz

Westerwald. Erfolg für die Altenkirchener Kampagne „Anschluss Zukunft“: Die rot-grüne Landesregierung von Rheinland-Pfalz will den Ausbau der Hauptverkehrsachsen im Westerwald in den nächsten Jahren vorantreiben.

SPD-Fraktionssprecher Hendrik Hering betonte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass in der Koalition Einigkeit bestehe, sich mit Nachdruck um eine Verbesserung der verkehrlichen Infrastruktur im AK-Land zu bemühen. Hering verhehlte nicht, dass der „Anschluss Zukunft“ mit seinen Maßnahmen und seiner Geschlossenheit in der Mainzer Landespolitik Eindruck hinterlassen hat. Vor zehn Tagen habe man sich mit Vertretern der Kampagne, die von 60 Unternehmen mit mehr als 7000 Mitarbeitern aus der Region Westerwald-Sieg getragen wird, getroffen.

Hering erläuterte das Ziel der Landesregierung, die Bundesstraßen 8, 62, 255 und 414 kreuzungsfrei, dreispurig und möglichst ohne das Durchfahren geschlossener Ortschaften zu den Autobahnen zu führen. Das sei auch Bestandteil der Koalitionsvereinbarung. Insgesamt gehe es um einen Katalog von 57 Einzelmaßnahmen.

Exemplarisch nannte der frühere Verkehrsminister die Ortsumgehungen von Kircheib oder Weyerbusch an der B 8 ebenso wie die von Kirburg oder Nister-Möhrendorf an der B 414. Auch eine Lösung, um die Bahnquerung in Bahnhof Ingelbach/Kroppach zu umgehen, sei angedacht.

Ferner wünscht sich die Mainzer Landesregierung an den Hauptverkehrsachsen auch auf freier Strecke möglichst durchgehend drei Fahrspuren. „Für manche Maßnahmen wäre schon heute Geld da, aber wir haben kein Baurecht“, so Hering. Um Planung und Umsetzung zu forcieren, konzentriere das Land die Kapazitäten und richte zwei Projektgruppen ein. In diesen arbeiteten zwölf Fachleute des Landesbetriebs Mobilität aus Diez.

Zudem will sich das Land dafür starkmachen, dass Teilabschnitte wie zum Beispiel die Umgehungen mit hoher Priorität noch in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen werden. Da, wo nur dritte Fahrstreifen hinzukämen, sei eine Umsetzung indes auch möglich, ohne Bestandteil dieses Planes zu sein. „Spätestens in zwei oder drei Jahren sollen die Menschen in der Region sehen, dass da etwas geschieht“, gibt Hering als Ziel vor. An den Trassen gebaut werden soll „in jedem Jahr etwas“. Bis eine Umgehung zum Beispiel jedoch Baurecht erlange und schließlich gebaut worden sei, könne es aber auch zehn Jahre dauern.

Für die beiden vielleicht wichtigsten Nadelöhre der Menschen im Kreis Altenkirchen zeichnen sich allerdings noch keine Lösungen ab: Uckerath und Betzdorf. Eine Ortsumgehung von Uckerath (B 8), das zu Nordrhein-Westfalen gehört, genießt bei der Landesregierung in Düsseldorf keine Priorität. Hering kündigte an, das Gespräch mit den NRW-Kollegen zu suchen. Bis auf den Hellerkreisel macht Hering auch den Verkehrsteilnehmern in und um Betzdorf wenig Mut, dass sich die Situation zeitnah verbessern könne. „Im Landesstraßenbauprogramm sind die Umgehungen Steineroth und Alsdorf einfach nicht zu finanzieren“, räumt er ein. Ob ihrer Charaktere („Die L 288 und L 280 haben Bundesstraßenbedeutung.“) möchte sich das Land mit dem Bund über eine Neuordnung der Klassifizierung von Straßen unterhalten. Was dabei herauskommt und ob eine Umwidmung der Straßen die Chancen für Umgehungen in und um Betzdorf erhöhen würde, steht in den Sternen.

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 26. Februar 2013, Seite 20

 

Zurück