JEDER AUSZUBILDENDE SOLL LESEN


Jeder Auszubildende soll lesen

Projekt Ausbildungsleiter der Bellersheim-Unternehmensgruppe setzen auf Zeitungslektüre für mehr Wissen

Von unserer Mitarbeiterin Silvia Patt

Neitersen. Uwe Seifen und Marcus Marx sind Überzeugungstäter. Die beiden sind, jeder in seinem Bereich, für die Auszubildenden der Bellersheim Unternehmensgruppe verantwortlich. Beim Projekt „Zeitung lesen macht Azubis fit“ waren sie schon in der Pilotphase dabei. Seither stand für sie fest: Jeder neue Auszubildende, der hier die Schwelle überschreitet, bekommt ein RZ-Abo. „Bisher hat bei allen das Allgemeinwissen zugenommen“, begründet Uwe Seifen.

Die Firma Bellersheim beschäftigt sich mit den Bereich Güterverkehr und Abfallwirtschaft, betreibt Tankstellen und handelt mit Mineralölen. Deutlich mehr als 300 Mitarbeiter sind in Neitersen und Boden (Westerwaldkreis) beschäftigt, ausgebildet wird vornehmlich für den eigenen Bedarf. Angesichts der unterschiedlichen Abteilungen und der Tatsache, dass viele Beschäftigte auch Kundenkontakt haben, wird bei den Auszubildenden Wert auf ein breites Wissen gelegt. Dass es wächst, wenn die jungen Leute Zeitung lesen, ist nicht nur ein subjektiver Eindruck der Ausbilder: Die Universität Kaiserslautern prüft bei diesem Projekt vor und nach der Lesephase den Wissensstand.

Bei den Azubis der Neiterser Unternehmensgruppe waren die Ergebnisse so gut, dass spontan beschlossen wurde, die Teilnahme nicht wie üblich nach einem Jahr zu beenden. So haben beispielsweise Marcel Giehl und Anika Rüb schon im dritten Jahr ihr eigenes Abonnement und nehmen weiterhin an den kleinen Wissenstest zwischendurch teil.

Dustin Bastke und Florian Schneider lesen nun auch schon seit einigen Monaten. Anfangs meinten sie, ihr Ausbildungsbetrieb verlange ihnen etwas völlig Überflüssiges ab, doch das sieht heute anders aus. „Weil ich Nachrichten im Fernsehen sehe, dachte ich, dass ich schon alles weiß“, sagt zum Beispiel der 17-jährige Florian, angehender Groß- und Außenhandelskaufmann aus Wölmersen. „Aber wer Zeitung liest, weiß viel mehr.“

Marcel Giehl, 19 Jahre, aus Gebhardshain und Auszubildender im gleichen Beruf, interessiert sich schon lange für Nachrichten aus aller Welt und lässt sie sich ständig auf sein iPhone liefern. Die Zeitungslektüre hat ihm trotzdem weiteres und tiefer gehendes Wissen erschlossen. Lieb und wert sind ihm besonders besonders der Lokalteil und der Regionalsport. „Da kennt man viele Leute, von denen die Rede ist. Oder hat mit den Vereinen zu tun, über die berichtet wird.“

Auch der 19-jährige Dustin Bastke, der Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen lernt und in Altenkirchen-Dieperzen wohnt, war ebenfalls schon vor seiner „Zeitungszeit“ am Weltgeschehen, vor allem in der Politik, interessiert. „Ich schaue nach wie vor oft Nachrichten im Fernsehen an, habe aber gelernt, dass das nur Bausteine sind. In der Zeitung dagegen kann man sich rundum informieren.“

Marcus Marx, der die Auszubildenden im Geschäftsbereich Mineralölwirtschaft betreut, ist überzeugt, dass die Lehrlinge mit ihrer täglichen Lektüre sowohl für sich als auch für die Firma etwas tun. „Junge Leute haben heutzutage Spezialkenntnisse, die wir nicht besitzen, beispielsweise in der EDV. An Grundwissen fehlt es dagegen oft. Wir aber wollen, dass unsere Auszubildenden breit aufgestellt sind.“ Und Uwe Seifen fügt hinzu: „Die Zeitungsabonnements sind für uns eine gute Investition.“

Z Das Projekt „Zeitung lesen macht Azubis fit“ wird gefördert vom Verband der Zeitungsverleger in Rheinland-Pfalz und Saarland sowie dem Landesministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. Kooperationspartner ist die IHK Koblenz. Mehr Infos: www. rhein-zeitung.de/azubiprojekt

RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Montag, 13. Februar 2012, Seite 9

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