Vom Rennfieber gepackt


André Metzler arbeitet bei der Bellersheim Unternehmensgruppe in der Buchhaltung. Privat schlüpft er regelmäßig in den Rennanzug und fährt Kartrennen.


Wie er seine Arbeit bei Bellersheim und sein Hobby unter einen Hut bekommt, erzählt André Metzler im Interview.

Herr Metzler, was ist spannender Buchungssätze oder die Jagd nach Bestzeiten?

(lacht) Das kann man nicht vergleichen. Beides hat macht auf eigene Art und Weise Spaß. Rennen fahren gehört einfach zu meinem Leben dazu. Ich habe schon mit vier Jahren mit dem Kartsport angefangen, wobei ich erblich vorbelastet bin. Denn bereits mein Großvater und mein Vater sind Kart gefahren und vor allem mein Vater hat mich dabei bis zu einer gewissen Grenze immer intensiv unterstützt. Für mich ist es normal die Wochenenden an Rennstrecken zu verbringen oder an meinem Kart zu basteln und einige Testfahrten zu absolvieren. Als ich noch zur Schule gegangen bin, war das schon recht stressig. Oft kam ich erst Freitagabend oder Samstagmorgen zur Rennstrecke. Sonntag bin ich dann die Rennen gefahren und danach ging es gleich wieder zurück nach Hause, weil ich Montag wieder pünktlich in der Schule sein musste.

Und wie oft sind Sie aktuell wegen Rennen unterwegs?

Derzeit fahre ich bei einer Langstreckenmeisterschaft mit. Die gesamte Rennserie umfasst sechs Rennen im Jahr, die meisten davon in Deutschland, eines allerdings in Tschechien. Zeitlich bedeutet das, dass ich im Sommer quasi alle vier Wochen mit meinem Kart unterwegs bin. Ein Rennwochende dauert in der Regel von Freitag bis Sonntag, mit Training, Qualifikation und dem eigentlichen Rennen.

Wie viel Zeit geht für die Pflege der Fahrzeuge drauf?

Also ich fahre das Kart nicht allein, sondern wir sind ein Team mit vier bis sechs Fahrern, je nach Rennlänge. Bei einem 24-Stunden-Rennen wechseln wir uns dann etwa einmal pro Stunde ab. Zwischen den Rennen schrauben wir natürlich am Kart herum und versuchen aufgrund der Rennerfahrungen, die optimale Motoreneinstellung für das nächste Rennen zu finden. Hinzu kommen regelmäßige Testfahrten auf Outdoor-Kartbahnen hier im Westerwald.

Sprechen wir mal über Zahlen: Was kostet Sie denn Ihr Hobby?

Nur um eine Vorstellung zu bekommen: Ich bin zu Beginn meiner Karriere um die Landesmeisterschaft und um die Deutsche Meisterschaft mitgefahren. Damals haben meine Eltern für mich pro Saison 10.000 Mark bezahlt. Heute müsste ich auf ähnlichem Niveau zwischen 125.000 und 150.000 Euro investieren, um überhaupt mitfahren zu dürfen. Da habe ich dann irgendwann ein paar Gänge zurückgeschaltet, das ist mir dann doch zu viel Geld gewesen. Wenn ich Langstreckenrennen im Automobilsport fahren würde, reichten 15.000 Euro pro Saison aus. Einen Teil des Geldes bekäme ich bei guten Platzierungen auch wieder zurück.

Sie sagen ja selber, Ihr Hobby kostet nicht nur viel Geld, sondern auch viel Zeit. Wie klappt das mit Ihrer Arbeit hier bei Bellersheim?

Bei mir in der Buchhaltung bekomme ich schon viel Rückendeckung von meinem Abteilungsleiter. Wenn nicht gerade außergewöhnliche Projekte anstehen oder Urlaubszeit ist, dann kann ich auch schon Mal Donnerstagabend zur Rennstrecke fahren und brauche erst Dienstag wieder am Arbeitsplatz sein.

Sie sind mit Mitte 20 im besten Rennfahreralter. Aber wie lange wollen Sie noch Rennen fahren und was sind Ihre Ziele?

Ich hab noch zu viel Spaß am Rennen fahren, um ans Aufhören zu denken. Mich reizt es auch einmal weg vom Kart zu gehen und mit richtigen Autos über die Strecke zu jagen. Vor allem die VLN Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring fasziniert mich. Gut möglich, dass ich in den nächsten Jahren das Kart gegen ein Rennauto tausche.

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