5. Ausbildungs- und Berufsorientierungsmesse in Altenkirchen


Beeindruckendes Angebot bei der fünften Abom

Messe Knapp 2000 Schüler nutzen Möglichkeit, sich über Beruf und Studium zu informieren

Von unserem Redakteur Volker Held

Altenkirchen. Zufriedene Gesichter allerorten: Die Ausbildungs- und Berufsorientierungsmesse (Abom) hat sich zu einer festen Größe entwickelt. Das machten Sprecher aus Reihen der Ausrichter (IHK-Geschäftsstelle Altenkirchen, Handwerkskammer Koblenz, Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, Wirtschaftsjunioren Sieg-Westerwald, Agentur für Arbeit Neuwied sowie Kreis Altenkirchen) deutlich. In der Tennishalle des SRS-Sportparks auf der Glockenspitze in Altenkirchen ging die fünfte Auflage über die Bühne.

„Das Angebot für junge Menschen ist beeindruckend“, brachte Karl-Ernst Starfeld, der Leiter der Neuwieder Arbeitsagentur (erstmals im Veranstalterteam), das Gesehene auf den Punkt. „Wir wollen dabei bleiben“, kündigte er nur logischerweise an, „wenn man den Namen betrachtet, ist es eine der zentralen Dienstleistungen für junge Menschen, die unsere Agentur leisten muss.“ Eine verpflichtende Teilnahme hielt er auf Nachfrage von Moderator Oliver Rohrbach, dem Regionalgeschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle Altenkirchen, für gut: „Eltern sparen sich Wege und Zeit, weil so viele Informationen an einem zentralen Ort zusammenkommen.“

„Die Abom ist wichtig, ein Mosaikstein, um aus dem Portfolio der Möglichkeiten beim Übergang von Schule in den Beruf schöpfen zu können“, sagte Dr. Ulrich Bernhardt, Vorsitzender des regionalen IHK-Beirates. Zu den weiteren Instrumenten auf diesem Weg rechnete Bernhardt unter anderem die Schulpatenschaften („Im Kreis Altenkirchen gibt es mehr als 80, das ist ein Spitzenwert im Kammerbezirk Koblenz“) oder die Möglichkeit, sich über die Onlineseite der IHK auf Einstellungsgespräche vorzubereiten, hinzu.

Dass sich der Ausbildungsmarkt in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat, machten Bernd Hammes für die Handwerkskammer Koblenz und Thomas Bellersheim als IHK-Vizepräsident deutlich. Laut Hammes gibt es derzeit sogar noch „ganz attraktive Lehrstellen, die nicht besetzt sind. Insgesamt sind es 83“. Das resultiere daraus, dass eine Vielzahl nicht angetreten worden sei, weil sich die jungen Leute anders entschieden hätten.

Bellersheim sprach davon, dass der „Kampf um die Köpfe“ bereits begonnen habe. Hätten Unternehmer früher die Qual der Wahl bei den Azubi-Einstellungen gehabt, werde es zunehmend schwieriger, die Plätze qualifizierten Kandidaten zuzuweisen. „Wir können uns nicht darauf verlassen, dass Fachleute aus den Metropolen in den Westerwald ziehen“, zeigte Bellersheim die Notwendigkeit auf, spezialisiertes Personal in der Region auszubilden und an sie zu binden Diesen Ansatz vertrat gleichfalls Thomas Weigel (Wirtschaftsjunioren Sieg-Westerwald): „Bei unseren innovativen Firmen ist es ein entscheidender Faktor, für qualifizierten Nachwuchs zu sorgen.“

Auf der anderen Seite zeigt sich laut Bellersheim natürlich auch, dass nicht jeder Schulabgänger für jeden Beruf prädestiniert sei. „Die Anforderungen sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Manchmal erscheint der Anspruch niedrig“, dahinter verberge sich aber deutlich mehr. Immerhin steht der Kreis Altenkirchen gut da. Zum 31. August wurden 415 Ausbildungsverträge abgeschlossen, das sei einer mehr als im Vorjahr, während im gesamten IHK-Kammerbezirk Koblenz 207 Kontrakte weniger im Vergleich zu 2012 registriert worden seien. „Ein Rückgang von fünf Prozent“, analysierte Bellersheim, der gleichfalls nicht verhehlte, dass Betriebe zunehmend „die häusliche Erziehung übernehmen und Defizite in der Bildung ausbügeln müssen“.

Für den Arbeitskreis Schule-Wirtschaft betonten deren Sprecher Doris John und Christoph Fischer, dass ihr Zusammenschluss alles dafür tue, jungen Menschen in der Region Perspektiven zu bieten; als Kreis, als Netz beim Übergang von der Schule zum Beruf zu agieren. „Wir wollen Schule mit dem Partner Wirtschaft in Kontakt bringen, wir dürfen keinen Schüler verlieren“, sagte John, die noch einmal deutlich machte, dass eine verpflichtende Teilnahme der Jungen und Mädchen an der Abom richtig sei.

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RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Donnerstag, 5. September 2013, Seite 19

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