200.000 Kindern Bildung ermöglichen, das ist meine Vision


Die Bellersheim Unternehmensgruppe unterstützt seit Kurzem die Stiftung  FLY & HELP' von Reiner Meutsch. Die Stiftung des erfolgreichen Unternehmers aus dem Westerwald unterstützt den Bau von Schulen in Schwellenländern und sorgt damit für die Bildung von Kindern. Wir sprachen am Rande einer Veranstaltung mit dem Stiftungsgründer.

Reiner Meutsch, heute sind Sie mit Ihrer Multivisionsshow "Abenteuer Weltumrundung" in ihrer Heimat in Hachenburg im Westerwald. Was bedeutet Ihnen das?
Das ist etwas ganz Besonderes. Hier kenne ich jeden und fast 50 Prozent meiner Unterstützer kommen aus meiner Heimat. Da ist so ein Termin ein guter Anlass, auch einmal persönlich 'Danke' zu sagen. Allein die Firma Fingerhuthaus hat mir schon drei Schulen finanziert. Jetzt spendet auch Bellersheim Gelder, um den Kindern Bildung zu ermöglichen. Das ist großartig.

Wie wichtig ist Ihnen das Engagement von Bellersheim?
Das ist enorm wichtig, weil es ein Unternehmen ist, mit dem ich groß geworden bin. Mein Vater hat schon vor 50 Jahren als Busunternehmer bei Bellersheim getankt. Von daher gab es schon immer einen sehr engen Kontakt. Das ist ein Stück meiner Heimat. Und das nun auch so ein gestandenes Familien-Unternehmen meine Stiftung unterstützt, ist wie ein Sechser im Lotto.

Verschafft die finanzielle Unterstützung von Bellersheim Ihrer Stiftungsarbeit mehr Spielräume?
Ganz klar. Zusammen mit Bellersheim finanzieren wir aktuell eine Schule im Süden von Ruanda. Die Bauarbeiten werden im ersten Quartal  beginnen. Gerade im Süden sind die Folgen des Völkermordes vor über 20 Jahren immer noch deutlich sichtbar. Die Menschen haben nicht viel. Schulen gibt es keine. Die Kinder sitzen unter Bäumen. Mit der von Bellersheim finanzierten Schulen setzen wir gerade dort ein positives Zeichen.

Wie ist bei Ihnen die Idee entstanden, gerade Kinder und deren Bildungsmöglichkeiten zu fördern?
Das geht zurück auf eine Begegnung mit einem Jungen im Grenzgebiet zwischen Jordanien und Israel. Da steht dieser Junge mit einer Kalaschnikow in der Hand und erklärt mir, dass er auf 'die da drüben', also die Israelis, schiessen müsse. Als ich ihn fragte, ob er denn in der Schule nicht gelernt hätte, dass Menschen so etwas nicht tun, antwortete er nur, er ginge in keine Schule, weil seine Eltern kein Geld dafür hätten. Und genau das sind doch die Probleme, die uns gerade aktuell bedrohen. Menschen ohne Bildung sind verführbar für die Propaganda beispielsweise vom Islamischen Staat oder anderen extremistischen Terrororganisationen. Daher habe ich mir damals gesagt, wenn ich einmal Geld haben sollte, dann will ich dafür sorgen, dass Kinder überall auf der Welt die notwendige Bildung erhalten. Nur wer über Bildung verfügt, hinterfragt auch Dinge.

Wie sehen Ihre Planungen für das Jahr 2016 aus?
Derzeit sind bereits 36 Schulen für das Jahr 2016 in der sogenannten Projektierungsphase, da wir dafür bereits etwa eine Million Euro an Spenden einsammeln konnten. Und der Bau einer Schule kostet zwischen 30.000 und 50.000 Euro. Insgesamt sind über die Stiftung  FLY & HELP bis heute 91 Schulen in 21 Ländern aufgebaut worden. Hier gehen inzwischen etwa 30.000 Kinder zur Schule. Im nächsten Jahr bauen wir dann die 100. Schule und zwar  im Erdbebengebiet von Nepal.

Reiner Meutsch, was für Träume haben Sie noch?
Ein Traum hat sich bereits erfüllt. Meine älteste Tochter hat mir vor Kurzem mitgeteilt, dass die Familie meine Arbeit fortsetzen wird, wenn ich einmal nicht mehr da bin. Das macht mich sehr glücklich. Ich selber habe die Stiftung so konzipiert, dass auch über meinen Tod hinaus genug Gelder vorhanden sind, um die Projekte weiter zu führen. Und das ist ein schöner Gedanke. Ansonsten ist mir bei allem Wirken Qualität wichtiger als Quantität. Dennoch ist es ein Traum von mir, wenn wir es mit Hilfe der Stiftung hinbekämen, 200.000 Kindern Bildung zu ermöglichen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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