Papiertonne bringt dem Kreis Bares ein


Papiertonne bringt dem Kreis Bares ein

Abfallwirtschaft Dezernent zieht für 2010 positive Bilanz – Weniger Biomüll gesammelt: Dadurch geringere Verwertungsquote

Von unserem Redakteur Ralf Grün

M Kreis Neuwied. Die Menge des Hausmülls hat abgenommen, dafür liegt die Quote für die Abfallverwertung unverändert hoch – das sind Ergebnisse aus der Bilanz des Abfallwirtschaftsbetriebes für das Vorjahr. Eine weitere Botschaft lautet: Beim eingesammelten Bioabfall pro Kopf liegt der Kreis landesweit sogar an führender Stelle – trotz geringerer Sammelmenge. Kein Wunder also, dass der zuständige Beigeordnete Achim Hallerbach ein positives Fazit zieht. Er sagt: „Dies bestätigt, dass sich unser Abfallwirtschaftskonzept bewährt hat.“

Die Bilanz beinhaltet einige interessante Zahlen. Etwa diese: Gebührenzahler im Kreis Neuwied haben 2010 durchschnittlich 480 Kilogramm Abfall „produziert“. Insgesamt sammelten die vom Kreis beauftragten Unternehmen wie Sita Kommunalservice und Bellersheim im vergangenen Jahr 87 452 Tonnen an Hausabfällen ein. Das sind 3,2 Prozent weniger als noch im Jahr davor.

Von diesem Müll landeten 18 332 Tonnen als Restabfall in der mechanisch-biologischen Behandlungsanlage auf dem Deponiegelände bei Linkenbach. Ganze 7600 Tonnen sind dann letztlich auch dort deponiert worden. Der übrige Abfall ist entweder verrottet, oder der Kreis konnte ihn gewinnbringend als Energierohstoff (Verbrennung) verkaufen. Mit Blick auf den Mehrwert von Müll bedeutet das: 379 von 480 Kilogramm oder 79 Prozent des Abfall haben eine Verwertung erfahren. Dieser Wert liegt leicht unter dem von 2009. Doch verglichen mit den übrigen rheinland-pfälzischen Landkreisen liegt Neuwied laut Hallerbach mit dieser Quote „unverändert unter den Top 5“.

Die blaue Tonne für Papier fügt ihrer Erfolgsgeschichte im übertragenen Sinne ein weiteres Kapitel hinzu. Soll heißen: Die Sammelmenge fiel 2010 in etwa so groß aus wie in den Vorjahren. Unterm Strich kommen auf jeden der etwa 180 000 Einwohner 78 Kilogramm pro Einwohner. Da der Papierpreis fast ohne Schwankungen auf einem recht hohen Niveau verharrte, hat der Kreis auf dem Markt knapp 76 Euro pro Tonne erzielt. Der Jahresschnitt aus dem Jahr 2009 lag demgegenüber bei lediglich 35 Euro, wie Abfalldezernent Hallerbach informiert.

Was das Sammeln von Bioabfall in der braunen Tonne betrifft, da ist der Kreis schon seit Jahren führend. Im Vorjahr sind pro Kopf 161 Kilogramm zusammengekommen. Auf diesem Niveau lag der Wert letztmals 2003. Der Rückgang beim Bioabfall ist laut Abfallbilanz auch der Hauptgrund dafür, dass die Verwertungsquote leicht nach unten gegangen ist.

Beim Restmüll in der grauen Tonne zeichnet sich ein weitgehend unverändertes Bild ab. Die Mengen sind mit denen der Vorjahre vergleichbar. Nachdem der Kreis 2008 kleinere Mülltonnen verteilen ließ und die Industriecontainer weggefallen sind, wird inzwischen gleichbleibend viel Abfall eingesammelt.

Grünabfall, Sperrmüll, Metalle und Elektroschrott werden im Kreis Neuwied bekanntlich über ein „gut funktionierendes“ Scheckkartensystem eingesammelt. Bewährt habe sich auch die Selbstanlieferung dieser Abfallstoffe an den Entsorgungsanlagen des Kreises.

RZ Linz, Neuwied vom Donnerstag, 11. August 2011, Seite 17

Zurück