BELLERSHEIM WILL TANKSTELLE DEFINITIV BAUEN


Bellersheim will Tankstelle definitiv bauen

Vorhaben Unternehmer wollen Anwohnern auf der Gierenderhöhe entgegenkommen und hoffen auf eine Einigung

Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

M Oberhonnefeld/Neitersen. Zwei Tankstellen gibt es bereits an der A 3-Auffahrt in Willroth, jetzt will die Unternehmensgruppe Bellersheim aus Neitersen (Kreis Altenkirchen), der auch die dortige Aral gehört, eine weitere bauen. Seit die Pläne bekannt sind, sind die Anwohner der Gierender-höhe in Aufruhr: Sie befürchten eine deutliche Verschlechterung ihrer Wohnqualität (die RZ berichtete).

Doch dass sie die Pläne noch verhindern können, darf bezweifelt werden: Die Mehrheit des Oberhonnefelder Gemeinderates sah jedenfalls keine Chance und winkte das Projekt durch. Auch Winfried Rüdig, Beigeordneter der VG und gleichzeitig Abteilungsleiter im Neuwieder Kreishaus, äußerte, dass der Antrag der Firma genehmigungsfähig aussieht.

Doch was sagen die Investoren selbst? Lohnt sich eine weitere Tankstelle dort wirklich? Wir sprachen mit den Geschäftsführern Rudolf und Frank Bellersheim, die keinen Zweifel daran lassen, dass sie die Tankstelle bauen wollen: notfalls gegen die Widerstände der Anwohner, lieber aber im Einvernehmen.

„Wir haben und wir werden weiter mit den Anwohnern reden und versuchen, einen Kompromiss zu finden“, sagen die Firmenchefs und erklären, dass sie deshalb durchaus bereit sind, einen Schallschutz zu bauen. „Das würden wir machen, obwohl wir es nicht müssen“, unterstreicht Rudolf Bellersheim und legt nach: „Dann hören sie von der Bundesstraße weniger als jetzt.“

Die Bedenken der Anwohner, dass die Unternehmensgruppe einen 24-Stunden-Betrieb beantragt, wenn die Tankstelle erst einmal steht, weist er genauso entschieden zurück wie Geschäftsführerkollege Frank Bellersheim. „6 bis 22 Uhr: Über mehr müssen wir nicht diskutieren. Mehr würde uns gar nicht genehmigt“, sagt er und ergänzt, dass sich mehr auch nicht lohnen würde. Denn nur ein ganz geringer Teil des Umsatzes werde nachts erwirtschaftet. Wenn, dann handele es sich um Lkw, die mit ihren Flottenkarten immer bei einer der großen Marken wie eben Aral tanken.

Die neue Tankstelle soll jedoch zur Unterpreis-Gruppe „Bell-Oil“ gehören und folglich der benachbarten „Jet“ Konkurrenz machen. Eine Koexistenz mit der eigenen Aral-Tankstelle ist dagegen für die Bellersheim-Gruppe nichts Ungewöhnliches. „Diese Zwei-Marken-Strategie fahren wir auch an anderen Standorten wie zum Beispiel Altenkirchen und Gummersbach“, sagt Frank Bellersheim.

Und auf der Gierenderhöhe glauben die Firmenchefs, so den Umsatz steigern zu können. Denn gegenüber der Jet sehen sie sich im Vorteil: „Wir liegen auf der besseren Seite.“ Schließlich werde der Hauptumsatz abends erzielt, weil die meisten Pendler nach Feierabend tanken. Und dann bewege sich der Hauptstrom auf der B 256, der nach Fertigstellung der Rengsdorfer Ortsumgehung noch steigen soll, aus dem Raum Koblenz/Neuwied zurück in Richtung Westerwald. Diese Fahrer könnten sich auf der rechten Seite viel einfacher wieder in den Verkehr einfädeln und würden eher die neue Tankstelle ansteuern, sind sie sicher.

Und was genau planen sie? Die Bell-Oil-Tankstelle soll 2000 bis 2500 Quadratmeter groß sein und damit ein gutes Viertel der Wiese einnehmen. Es soll darauf drei Zapfinseln und einen Shop, aber keine Waschanlage geben. Vom Tankbereich bis zu den Wohnhäusern in der Steinstraße wird laut Bellersheim ein Abstand von circa 50 Metern bleiben. Über den Zeitplan können die Firmenchefs dagegen wenig sagen: Denn viel hängt davon ab, ob und wie lange das Verfahren durch Eingaben verzögert wird. Geht es nach den Bellersheims, wird der erste Spatenstich im kommenden Frühjahr gesetzt. Danach würde es bis zur Eröffnung noch circa drei Monate dauern.

RZ Linz, Neuwied vom Samstag, 31. Dezember 2011, Seite 22

 

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