LEHRLINGE IN SPE ERHALTEN EINBLICKE IN DIE ARBEITSWELT


Lehrlinge in spe erhalten Einblicke in die Arbeitswelt

Ausstellung Ausbildungs- und Berufsorientierungsmesse gut besucht

Von unserem Redakteur Volker Held

M Altenkirchen. „Wie soll nur etwas aus dir werden?“ Dass viele Eltern ihren Sprösslingen diese Frage immer und immer wieder stellen, liegt auf der Hand. Wie oft sie bereits dafür gesorgt hat, dass der Haussegen schief hängt, kann keine Statistik erfassen. Einer Erinnerung gleich hängen diese sieben Worte in weißen großen Lettern auf blauem Grund verewigt, am Ausgang der Tennishalle des SRS-Sportparks in Altenkirchen. Sie sollen womöglich den Besuchern der Ausbildungs- und Berufsorientierungsmesse (Abom) helfen, eine Antwort parat zu haben, wenn das Gespräch am heimischen Küchentisch mal wieder auf die berufliche Zukunft des Sprösslings kommt. Die Vielfalt des Abom-Angebots könnte dazu beigetragen haben, die angespannte Atmosphäre innerhalb der heimischen vier Wände ein wenig zu entschärfen. Mehr als 130 Berufs- und Studienmöglichkeiten wurden aufgezeigt. Jungen und Mädchen vieler Schulen aus dem gesamten Kreis Altenkirchen erhielten einen umfassenden Überblick über die Chancen, in der Region gute Ausbildungsgänge zu genießen.

Viele Firmen machten zudem deutlich: Ja, wir stellen Lehrlinge ein. Ja, wir können in der Regel diese jungen Leute nach Abschluss der Ausbildung übernehmen. Ja, wir bieten natürlich auch Hauptschulabgängern einen fundierten Berufseinstieg an.

Wie andere Aussteller hatte die Interface Solutions Altenkirchen GmbH aus Almersbach (besser bekannt als ehemalige Papierfabrik Jagenberg) zwei Lehrlinge an ihrem Stand eingesetzt, die ihren potenziellen Nachfolgern Rede und Antwort standen. Laut Interface-Geschäftsführer Dirk Euteneuer hat der Ableger eines US-amerikanischen Unternehmens derzeit neun Auszubildende. Auch im kommenden Jahr werden wieder Lehrlinge eingestellt. „Selbst als Papiermacher bieten sich Chancen eines Aufstiegs – zum Beispiel zum Ingenieur“, sagte Euteneuer.

Matthias Horn, Geschäftsführer von Horn Haustechnik GmbH in Eichelhardt, lässt in seinem Betrieb pro Jahr zwei Lehrlinge beginnen: „Natürlich haben bei uns Hauptschüler eine Chance, wobei wir darauf achten, dass die Mathematiknote nicht zu schlecht ist.“ Eine Vier als Grundkursabschlussnote reiche nicht aus. Stolz ist Ralf Zingelmann als Leiter des Personal- und Rechnungswesens der Firma Karl Georg Stahlherstellungs- und Verarbeitungs-GmbH (Bahnhof Ingelbach), die Kranzubehör wie Laufräder, Radblöcke sowie Radsätze herstellt, auf die hohe Quote von rund 30 Prozent der Mitarbeiter, die im Unternehmen gelernt haben und ihm die Treue halten. Drei bis vier Jungen und Mädchen sollen im kommenden Jahr als Lehrlinge eingestellt werden.

Bei der Firma Muhr und Bender KG aus Daaden werden aktuell 46 Auszubildende auf das eigentliche Berufsleben vorbereitet. „In der Regel werden alle Azubis übernommen“, meinte Rebecca Groß. Sie ist die Ausbilderin für den Beruf des technischen Zeichners. „Hauptschüler haben im Normalfall auch eine Chance auf eine Ausbildungsstelle. Ob sie bei uns anfangen können oder nicht, entscheiden wir, nachdem sie einen Einstellungstest bei uns gemacht haben“, beschrieb Groß das übliche Prozedere.

Wohl alle 25 Auszubildende will die Firma Thomas Magnete GmbH (Herdorf) übernehmen, wie Personalreferentin Franziska Borg mitteilte. Bewerben könnten sich alle Interessierten mit mindestens einem guten Hauptschulabschluss. „Wir wollen in den nächsten Jahren noch mehr ausbilden“, eröffnete Ausbildungsbeauftragter Peter Quast weitere Chancen für Schulabgänger.

In seiner Eröffnung hatte Thomas Bellersheim als IHK-Vizepräsident die „Abom“ als „wichtig“ bezeichnet, sie sei aber nur ein Mosaikstein im vielfältigen Angebot für Schüler beim Übergang von der Schule in den Beruf. Die Rekordzahl von Ausstellern zeige, dass „die Unternehmen den drohenden Fachkräftemangel erkannt haben und den direkten Kontakt zu den potenziellen Auszubildenden suchen“. In Vertretung von Schirmherr Heijo Höfer sprach VG-Beigeordneter Albert Pauly von einer guten Gelegenheit, bei der die Betriebe zeigten könnten, was sie von einem Lehrling erwarteten. Parallel könnten sie auch deutlich machen, was auf einen Lehrling zukomme, also einige Sorgen nehmen.

RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Mittwoch, 28. September 2011, Seite 19

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