FIRMEN HOFFEN AUF DIE FDP


Landtagsfraktion der Liberalen war im Kreis zu Gast - Themen: Ausbildung, Verkehr und Bürokratie

Firmenbesuche und Informationsgespräche standen im Mittelpunkt einer Rundreise, die die FDP-Landtagsfraktion am Mittwoch im Kreis Altenkirchen unternahm.

KREISGEBIET. Jugendlichen helfen, die auf dem freien Ausbildungsmarkt kaum Chancen haben, das ist die Aufgabe der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) in Betzdorf. Sie ist vor einem knappen Jahr von der Friedrichstraße in die Siegpassage umgezogen.

Am Mittwoch informierte sich die FDP-Landtagsfraktion bei einer Rundreise durch den Kreis Altenkirchen über die Arbeit der DAA. Leiterin Susanne Heun, Heiko Baumgarten, Leiter der Nebenstelle Betzdorf, und Holger Ruhloff (Sozialer Dienst) standen den Liberalen Rede und Antwort. Zurzeit nehmen 73 Jugendliche das Angebot der DAA wahr. Im sogenannten "benachteiligten Förderprogramm" können sie im Haus eine Ausbildung in den Berufen Friseur, Koch, Dialogmarketing und Hauswirtschaft absolvieren. Daneben gibt es das "kooperative Förderprogramm." Hier findet die Ausbildung in einem Betrieb statt und wird von der DAA durch Stützunterricht und pädagogische Betreuung begleitet. Die Landespolitiker hatten die Gelegenheit, mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Die Auszubildenden hatten in der Küche eine Kostprobe ihres Könnens für die Besucher vorbereitet. Die Erfolgschancen für die Absolventen der DAA sind nicht schlecht, hob Heun hervor: "Wenn wir sie alle durch die Prüfungen bringen, bekommen sie auch einen Arbeitsplatz."

Das Thema Ausbildung kam auch beim Besuch der Firma Rottler Maschinenbau GmbH in Mudersbach zur Sprache. Geschäftsführer Ralph Rottler und Unternehmensberater Ralf Goebel führten einen Teil der FDP-Fraktion durch das Betriebsgelände. Den Besuch in Mudersbach nutzten die Liberalen auch zur Diskussion über die Verkehrsanbindung. Die Landespolitiker betonten die Notwendigkeit eines Anschlusses an die HTS und den Bau der Ortsumgehung Mudersbach. Originell war das Transportmittel für die Besucher: ein Transportwagen der US-Marke "Pierce Arrow", Baujahr 1912. So eine Fahrt erleben die Politiker auch nicht alle Tage.

Bereits zuvor war ein Teil der FDP-Landtagsfraktion in Neitersen zu Gast, um sich die Firma Bellersheim anzusehen. Thomas und Rudolf Bellersheim stellten den Liberalen nicht nur das Unternehmen vor (derzeit rund 380 Mitarbeiter), sie hatten auch einiges an der Politik zu kritisieren. Ihr Credo: In Deutschland gibt es zu viel Bürokratie. Den Bellersheims fielen dazu gleich mehrere Beispiele ein: So ärgerte es die Unternehmer etwa, dass sie nach dem Wechsel ihrer Tankstellen von Dea zu Shell für jedes Schild einen Bauantrag stellen mussten, deren Bearbeitung teilweise mehrere Monate dauerte.

Nicht selten komme es zudem vor, dass Lkw-Fahrer einen Bußgeldbescheid der Gewerbeaufsicht erhalten, weil sie beispielsweise wenige Kilometer vor ihrer Ankunft am Zielort eine mehrstündige Pause einlegen müssten, um die zulässige Lenkzeit nicht zu überschreiten.

Fraktionsvorsitzender Herbert Mertin hatte durchaus Verständnis für die Kritik, deckt sie sich doch in vielen Punkten mit den Forderungen der FDP. "Allerdings braucht man in der Politik Mehrheiten", machte er deutlich. Er forderte die Unternehmer daher auf, sich selbst politisch stärker zu engagieren.

Zurück